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Gemeindeleben - Bericht

 
Die Glocken von St. Nikolai
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Bericht über das Gemeindeleben der Evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai in Luckau vom Juni 2001 (verfaßt von Pfarrer Gintrowski)

Die Situation im Kirchenkreis

Unsere Region, der ehemalige Kirchenkreis Luckau, wie auch die angrenzenden Gebiete der Niederlausitz befinden sich, was das kirchliche Leben angeht in einer gravierenden Umbruchphase, wie sie in den letzten Jahrhunderten hier nicht stattgefunden hat. Als Folge von 70 Jahren atheistischen Einflußnahmen von staatlicher Seite ist der Anteil der Mitglieder der evangelischen Kirche auf ca` 25% gesunken. In der Zeit vor der Wiedervereinigung Deutschlands und auch noch in den Jahren danach wurde die Versorgung mit Pfarrstellen und kirchlichen Mitarbeitern durch Finanzierung aus dem Westen und durch niedrige Gehälter auf einem Niveau gesichert, wie es auch in Zeiten vor dem 2. Weltkrieg bestand. Das bedeutete, daß auch in kleineren Dörfern (unter 500 Einwohner) zahlreiche Pfarrstellen besetzt waren. Dieses System kann jetzt nicht mehr aufrecht erhalten werden, denn unsere Berlin-Brandenburgische Kirche befindet sich in einer Finanzkrise, die durch sinkende Kirchensteuereinnahmen verursacht ist. Diese gehen auf die Austrittswelle im ehemaligen Westteil unserer Kirche zurück, zum Teil aber auch auf die Überalterung der Gemeinden und den Kirchensteuerückgang durch Arbeitslosigkeit. Auf Grund dessen wurde in den vergangenen Jahren eine gewaltige Umstrukturierung in Gang gesetzt, so daß jetzt nur noch auf ca` 1.500 Gemeindeglieder eine Pfarrstelle bezahlt werden kann. Das bedeutet, daß auf einen Pfarrsprengel bis zu 15 Dörfer oder 10 Predigtstellen kommen. Bei den Kirchenmitgliedern findet sich weitgehend eine traditionell geprägte Kirchlichkeit, und ein volkskirchliches Teilnehmerverhalten mit einer entsprechenden Versorgungserwartung. Daneben gibt es aber immer wieder, auch in kleinen Dörfern, Menschen die sich für ihre Kirche und das gemeindliche Leben ehrenamtlich stark engagieren. Sie sind die wesentliche Stütze des kirchlichen Lebens.


Das etablierte Gemeindeleben in Luckau

Zur Luckauer evangelischen Kirchengemeinde gehören in etwa ein Viertel der Einwohner. Außerdem sind dem Pfarrsprengel die Kirchengemeinden Cahnsdorf und Pelkwitz angegliedert. Es gibt eine besetzte Pfarrstelle (die zweite fiel 1996 ersatzlos weg), einen Kantor, eine teilangestellte Katechetin, eine teilangestellte Büromitarbeiterin und einen Gemeindehelfer, der durch Spenden aus der Gemeinde über einen diakonischen Förderverein angestellt ist. Die Mitgliederzahl der Kirchengemeinde ist seit der Wende weitgehend stabil. Einerseits finden einzelne Menschen den Weg zu Christus und zum Glauben und damit auch in die Gemeinde, andererseits kommt es nur ganz vereinzelt zu Kirchenaustritten. Wir leiden jedoch an einem Mißverhältnis zwischen Sterbefällen und neu aufgenommenen Mitgliedern sowie Kindertaufen. Auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit sind auch aus unserer Gemeinde viele junge Menschen fortgezogen, so daß wir einen relativ hohen Altersdurchschnitt haben.
Unsere Gottesdienste finden an jedem Sonntag und an besonderen Festtagen statt und zählen regelmäßig zwischen 40 und 70 Besuchern. Sie werden im wesentlichen nach der Liturgie der altpreußischen Union aus dem 19. Jahrhundert gehalten. Das neu eingeführte Evangelische Gottesdienstbuch hat in unserer Gemeinde, wie in den umliegenden Gemeinden, bisher noch zu keiner wesentlichen Veränderung der Gottesdienstgestaltung geführt.
Fest im Bewußtsein der Kirchenmitglieder ist auch die Christenlehre verankert, die in DDR - Zeiten an die Stelle des schulischen Religionsunterrichtes trat. In der Regel schicken fast alle christlichen Familien ihre Kinder dort hin, wo sie von der 1. bis zur 6. Klasse wöchentlichen kirchlichen Unterricht erhalten.
Anschließend kommen sie für zwei Jahre in den Konfirmandenunterricht, der meist am Sonntag nach Pfingsten mit der Konfirmation abgeschlossen wird. Wir haben in den vergangenen Jahren etwa jeweils 15 Konfirmanden eingesegnet.
Die Junge Gemeinde findet wöchentlich in Zusammenarbeit mit dem CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) statt, der in der Nordpromenade ein eigenes Jugendhaus betreibt, und eine kirchliche Jugendarbeit aufbaut. Diese Arbeit ist mit Schwierigkeiten verbunden, da die meisten Jugendlichen aus atheistischen Elternhäusern Berührungsängste gegenüber christlichen Veranstaltungen haben.
Der Seniorenkreis trifft sich 14-tägig im Gemeindehaus.
Eine Kantorei, die wöchentlich probt, schmückt Gottesdienste aus und veranstaltet auch eigene Konzerte. (siehe Veranstaltungsprogramm des Jahres 2001 als Anlage)
Ein aktiver Gemeindekirchenrat berät die Belange der Gemeindearbeit, verwaltet Grundstücke, Gebäude und Personal und ist jetzt mit dem großen Bauvorhaben an der Nikolaikirche in Anspruch genommen. Unser "Luckauer Dom" genießt einen sehr hohen Stellenwert im Bewußtsein unserer Kirchenmitglieder und der Einwohnerschaft insgesamt.


Die Landesgartenschau und der Brandenburgtag als besondere Herausforderungen

Im vergangenen Jahr fand in Luckau die 1. Landesgartenschau des Landes Brandenburg statt. 400.000 Besucher wurden gezählt, von denen ein großer Teil auch unsere Kirche besichtigt hat. Wir hatten uns darauf eingestellt, in dem wir die Kirche geöffnet und für die Besucher vorbereitet hatten. Es gab einen Raum der Stille, ein Kaffee, eine Ausstellung. In täglichen Andachten, Kirchenführungen und Einzelgesprächen suchten wir das Gespräch und den Kontakt mit den Besuchern.

Es gab missionarische Aktionen von Gastgruppen bei uns in der Stadt, einen Open Air Gottesdienst im Gartenschau - Gelände, zahlreiche Konzerte und christliche Künstler, die bei uns auftraten. Als Frucht dieses erfolgreichen Gartenschau -Programms halten wir weiterhin mit ehrenamtlichen Mitarbeitern die Kirche an jedem Wochenende geöffnet. Für Besuchergruppen bieten wir Kirchenführungen an. Am Brandenburgtag, der in diesem Jahr am 1. und 2. September 2001 in Luckau stattfinden wird, wollen wir mit einem christlichen Markt, in dem sich christliche Initiativen und Vereine vorstellen, und mit einer offenen Kirche und breitem kulturellem Programm präsent sein. Unser Motto bei der Landesgartenschau und auch in diesem Jahr lautet: "St. Nikolai offen für alle!". Es geht uns darum, Menschen eine positive Begegnung mit Christen und Kirche zu ermöglichen und ihnen den Weg zum Glauben an Jesus Christus zu eröffnen.

Neuere Entwicklungen in der Kirchengemeinde

Im vergangenen Jahr fand auch in Luckau die Pro Christ - Evangelisationswoche im CVJM - Haus statt. Viele Einwohner der Region bekamen die Chance, das Evangelium in moderner Weise zu hören und einen Glaubensschritt auf Christus hin zu wagen.
Seit einigen Jahren hat sich ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiter bereit gefunden, parallel zum sonntäglichen Gottesdienst einen Kindergottesdienst anzubieten. Am 10. Juni fand ein Kidergottesdienst - Fest in der Gemeinde statt, in Folge dessen der Besuch der Kinder im sonntäglichen Gottesdienst auf ca` 12 Kinder an jedem Sonntag angestiegen ist. Seit Beginn des Jahres gibt es auch wieder ein Angebot für Erwachsene der mittleren Generation: Den Gemeindetreff. Hier werden z.B. über die Themen "Lebenssinn"; "Pfingsten und der Heilige Geist", "Abtreibung" und "Gentechnik" Referate und Diskussionsrunden gehalten.
Ein Besuchsdienst für Aussiedler, Kranke und Neuzugezogene ist im Aufbau.
Monatlich wird von ca` 15 Mitarbeitern ein "Aufwind"- Gottesdienst vorbereitet. Er fand jetzt zum 20. Mal bei uns statt. Eine Band begleitet die Anbetungslieder; eine Predigt mit Alltagsbezug und einer Botschaft von Jesus Christus wird gehalten, in einem Zeugnisteil bekommen die Teilnehmer die Gelegenheit ihre Glaubenserfahrungen den anderen mitzuteilen; im Segnungsteil besteht die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen und jemanden zu finden, der mit einem betet; im Fürbitteil werden aktuelle Anliegen der Gemeinde aufgenommen. Dieser Lobpreis- und Segnungsgottesdienst findet ein großes Echo, im Winter mußten wir die Aula des Gymnasiums mieten, um die Besucher alle aufnehmen zu können.
In der Gemeinde finden in unregelmäßigen Abständen Glaubenskurse statt, in der insbesondere Nichtchristen die Möglichkeit haben sich auf intensive und entspannte Weise mit dem christlichen Glauben auseinander zu setzen.

Wir schauen in die Zukunft mit der frohen Hoffnung, daß Gott seine Gemeinde in Luckau wachsen lassen und erhalten wird. Wir hoffen, daß das Evangelium von Christus, dem lebendigen Herrn, noch viele Menschenherzen gewinnt. Auch wenn sich die Strukturen und Lebensformen der Gemeinde wandeln - "das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit!" (Inschrift auf dem Gesims der Nikolaikirche)

 

 

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 Redaktion:Jörg Gintrowski, Schulstraße 2, 15926 Luckau — e-Mail: kirche-luckau@t-online.de